Rafael Cruces

"Carpe diem – nutze den Tag, denn Du weißt nie, was der nächste für Dich bereithält."

Senior Manager Labor Relations & Social Affairs | McDonald’s Deutschland LLC

Was bedeutet Karriere für dich?

Karriere bedeutet für mich Themen voran zu treiben und Einfluss zu nehmen. Hierarchien sind für mich organisatorisch notwendig, gerade wenn es um Verantwortung und Entscheidungen geht. Sie sollten allerdings im Miteinander keinen Unterschied machen. Für meine Karriere ist es mir daher vor allem wichtig, einen großen „Footprint“ zu hinterlassen.

Was inspiriert dich?

Mich inspirieren Menschen, die Lösungen und Ideen entwickeln und vor allem umsetzen. Menschen, die sich engagieren und in jeder Situation immer auch die Chancen erkennen. Menschen die Ihre Ecken und Kanten nicht nur akzeptieren und mit diesen leben, sondern diese ganz bewusst auch für einen positiven Einfluss nutzen. Im Sinne Ihres Unternehmens, der eigenen Familie und der Gesellschaft – um so selbstbewusst ihre Ziele durchzusetzen. Auf Führungsebene inspirieren mich natürlich erfolgreiche Menschen – darunter vor allem aber die, die nicht alleine erfolgreich sind, sondern diesen Erfolg durch den optimalen Einsatz und die Entwicklung Ihrer Teams generieren.

Im Thema Frauen-Karriere Förderung, was war deine größte Herausforderung und wie hast du diese gemeistert?

Aktuell arbeite ich in einem sehr diversen Unternehmen. Die größte Herausforderung für mich, der sich bei McDonald’s Deutschland mit dem Thema „Diversity“ beschäftigt, ist es auch die Hindernisse zu erkennen, die ggf. unter der Oberfläche bleiben. So sind beispielsweise extrem dominante Vorgesetzte, egal ob männlich oder weiblich, meines Erachtens eher in der Lage Mitarbeiter*innen in Ihrer Entwicklung zu hemmen – manchmal auch völlig unbewusst. Und das kann auch in einer diversen Unternehmenskultur vorkommen. Deshalb ist es mir wichtig, nicht nur übergeordnete Maßnahmen zu entwickeln, sondern auch ganz persönlich einen tieferen Blick zu wagen. Wenn es konkret an der Einstellung eines Vorgesetzten liegt, dass eine Frau nicht gefördert wird, ist das sehr einfach zu identifizieren. Schwieriger wird es dann, wenn es am eigenen Rollenverständnis, einer anders wahrgenommenen Unternehmenskultur oder dem persönlichen Selbstbewusstsein liegt.

Was ist der schlechteste Ratschlag für Förderung von Frauen-Karrieren, den jemals gehört hast?

Ich bin kein Freund von absoluter Anpassung. Ich glaube, dass das für unsere Gesellschaft auch nicht mehr zeitgemäß ist. Dennoch hört man weiterhin von vielen (Männern und Frauen), dass Frauen sich im beruflichen Umfeld männliche Eigenschaften aneignen sollten.
Ich sehe es da eher wie Janina Kugel „Wenn Fußball gespielt wird, kannst du nicht ankommen und Ballett tanzen. Aber wenn du Fußball spielen gelernt hast, dann kannst du die Spielregeln verändern.“
Für mich heißt das, egal ob Frau oder Mann, wenn Du mitspielen willst, musst Du das Spiel begreifen und dann kannst Du anfangen Dich einzubringen und Dinge zu gestalten. Sich nur zu ärgern, dass man nicht entwickelt oder befördert wird, hat vielleicht zur Beförderung verholfen aber noch nie jemanden nachhaltig erfolgreich gemacht.

Welche Chancen siehst du für Frauen in der deiner Branche?

In der Systemgastronomie ergeben sich derzeit große Chancen. Speziell bei McDonald’s haben wir uns in den letzten Jahren vom „Burger Brater“ zum „Restaurant der Zukunft“ entwickelt. Unser Ziel ist es, unseren Gästen ein individuelles Erlebnis zu bieten. Unter anderem mit neuen, digitalen Elementen. So kann der Gast selbst entscheiden, ob er beispielsweise ganz „traditionell“ an der Kasse bestellt oder alternativ per App oder an einem digitalen Bestellterminal. Auch die Abläufe in den Restaurants, das Küchensystem und das Erscheinungsbild der Restaurants wurde komplett überarbeitet. Und weitere Entwicklungen folgen – auch durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Gerade die Bereiche Technology, Digital und Loyalty haben dadurch zunehmend an Bedeutung gewonnen und bieten für Frauen und Männer aus der Tech-Branche enorme Chancen. Darüber hinaus ist uns Gleichstellung in allen Fachbereichen wichtig. Insbesondere in einem Umfeld, in dem der Vorstand zu 50% aus Frauen besteht und Frauen in allen Bereichen mitentwickeln und mitentscheiden.

Welches Learning würdest du anderen Männer und Frauen gerne weitergeben?

Beschränke Dich nicht auf das was Du schon kannst! Sei neugierig, hinterfrage und verlasse vor allem auch regelmäßig Deine Komfortzone. Wenn Du jemand bist, der genau dafür manchmal einen kleinen Anschubser brauchst, dann suche Dir Kollegen, Mentoren, Freunde die das für Dich übernehmen.

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