Saskia Troche

Saskia Troche

„Search for inspiration and inspire others.“

Head of Marketing and Communication | andagon Holding GmbH
Saskia-Troche

Was bedeutet Karriere für dich?

Karriere wollte ich machen – das stand von Anfang für mich fest. Warum? Weil ich wusste, dass ich es kann. Und ich war mehr als gewillt, das Wissen mir anzueignen, was mir noch fehlte. Das Ziel klar vor Augen absolvierte ich in Rekordgeschwindigkeit das erste Studium. Es folgte der direkte Konzerneinstieg mit Volontariat und recht schnell danach die ersten Führungspositionen. Parallel absolvierte ich mein zweites Studium und eine Buchpublikation. Dann wurde ich 27 Jahre alt und alles wurde anders. Durch einen privaten Einschnitt begann ich, meine heile Welt mit anderen Augen zu sehen. Dass Karriere keineswegs etwas ist, was ich beeinflussen kann – schon gar nicht als Frau. Im gebärfähigen Alter war ich in meiner Branche ein potenzielles Risiko – egal ob ich überhaupt ein Kind wollte oder nicht. Zudem zählten auf einmal ganz andere Kriterien anstatt Leistung.

Jetzt gilt für mich: Karriere gerne – aber zu meinen Regeln.

Was inspiriert dich?

Ich bin leidenschaftliche Schreiberin. Mich begeistern Menschen und ihre Geschichte. Ich sammle Erlebnisse, Eindrücke und Gespräche. Diese mache ich zu Texten, die eine Botschaft an die Welt senden und hoffentlich andere inspirieren. Futter für meine Gedanken hole ich mir aus Ausstellungen und Büchern.

Zu meiner Aufgabe in der Kommunikation und im Marketing für ein Softwareunternehmen gehört es zudem, immer aktiv zu netzwerken und mit Meinungsmachern in Kontakt zu bleiben. Auch aus diesem Austausch ziehe ich meine Inspiration.

Was war deine größte Herausforderung?

Eine große Herausforderung für einen Menschen ist, das zu finden, worin man wirklich gut ist. Nur wer das über sich weiß, ist auch in seinem Job lange erfüllt, kann mit Niederlagen umgehen und – vor allem: Stressphasen überstehen.

Was ist der schlechteste Ratschlag den du jemals bekommen hast?

Ich bin mit der Überzeugung aufgewachsen, dass man nur Menschen seine Meinung sagt, die einem wichtig sind. Daher weiß ich nicht, ob ich schon einmal einen schlechten Ratschlag bekommen habe, maximal solche, die mehr über die Person aussagen, als über mich. Denn mit Ratschlägen ist es wie mit Geschenken. Ein gutes Geschenk bereitet dem Beschenken Freude nicht dem Schenkenden.

Welche Chancen siehst du für Frauen in der deiner Branche?

50:50! Frauen in digitalen Berufen sind sehr gefragt. Frauen in kommunikativen Sparten dafür null. Da ist der Markt so voll, dass Frauen – egal mit welchen Qualifikationen – aus meiner Erfahrung sehr leidensbereit sein sollten.

Welches Learning würdest du anderen Frauen gerne weitergeben?

Sie sollen Frau bleiben – mit allem was dazugehört. Kleidung, Tonfall, Sensibilität, Einfühlungsvermögen, ein Kind oder viele … einfach Frausein eben. Nur dann können sie ihr volles Potenzial einbringen. Männer-Doubles braucht die Welt nicht. Je vielfältiger Unternehmen und einzelne Teams aufgestellt sind, um so leistungsstärker sind sie auch. 

Was sollten wir dich noch fragen, was wir noch nicht gefragt haben?

Du hast im letzten Jahr die Konzernwelt verlassen und bis zu einem mittelständigen Software-Unternehmen gewechselt. Möchtest Du uns dazu mehr erzählen?

Sich darauf einlassen, dass sich um einen herum alles verändern kann und dass diese Veränderung viel Gutes hat, hat mir mein Wechsel vom Konzern in ein mittelständiges IT-Unternehmen gezeigt. Ich bin das erste Mal in dieser Tiefe mit Digitalisierung in Berührung gekommen. Begriffe wie „DevOps“, „Container“ oder „Testautomatisierung“ waren für mich fremde Welten – ebenso wie die anderen Entscheidungsstrukturen in einem solchen Unternehmen. Was ich gelernt habe: Mut wird belohnt, denn als Frau kann man in dieser Branche viel bewegen. Komplexe Sachverhalte verständlich wie unterhaltsam aufzubereiten ist gefragt, da noch viele Berührungsängste auch innerhalb von Unternehmen vorherrschen. Gerade im Zuge der digitalen Transformation – die vor keiner Abteilung und keinem Unternehmen halt macht –, gilt es Hürden abzubauen sowie ein einheitliches Verständnis mit neuen Werten, Arbeitsmodellen und Know-how aufzubauen. Und dabei ist jeder gefragt – gerade Frauen!

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